Alle Kreditkartenarten einfach erklärt

Wer auf der Suche nach einer Kreditkarte ist, sollte sich im Klaren sein, welche Kreditkartenart sich am besten für die jeweiligen Bedürfnisse eignet. Kreditkartenarten gibt es viele: Charge, Debit, Prepaid u.v.m. Doch wie unterscheiden sich die einzelnen Kreditkartentypen und mit welchen Leistungen, Konditionen und Gebühren kann beziehungsweise muss man rechnen? In unserer umfangreichen Kreditkarten-Übersicht finden Sie alle wichtigen Informationen zu den einzelnen Kreditkartenarten auf einen Blick.

Kartenübersicht: Kreditkartenarten einfach erklärt

   Charge Card 

 Revolving Card
 
 Prepaid Kreditkarte 

Debitkarte 

 Prepaid Geldkarte 

Abrechnungsart Kreditkartenabrechnung  Teilrückzahlung in Raten Prepaid: Guthabenbasis Von Girokonto abgebucht Guthabenbasis
Voraussetzungen  Gute Bonität, volljährig  Gute Bonität, volljährig Volljährigkeit (nicht immer)  Gute Bonität, nur in Verbindung mit Girokonto  EC-Karte mit GeldKarte-Chip
Mit Kreditrahmen       Dispositionskredit  
Zinsfrei   Sollzinsen für Ratenkredit   Dispozins  
Ohne Schufa          
Visa / MasterCard / American Express Alle Alle Visa, Mastercard Maestro / Girocard  GeldKarte Chip
Einsatzort Geschäft / Internet / Autovermietung Geschäft / Internet / Autovermietung Geschäft / Internet / Urlaub Geschäft / Supermarkt / Tankstelle Stadion / Parkhaus / Automaten
Akzeptanzstellen MasterCard: 36 Millionen; Visa: 38 Millionen MasterCard: 36 Millionen; Visa: 38 Millionen MasterCard: 36 Millionen; Visa: 38 Millionen Deutschland: 450.000; Weltweit: 15 Millionen Deutschland: 420.000
Empfiehlt sich für Personen mit guter Bonität Personen mit guter Bonität Personen mit schwacher Bonität Supermarkt, Einzelhandel Kleine Geldbeträge

 

Stand: Juli 2017

Der Klassiker: Charge Card

Kreditkartenabrechnung

Die Chargekarte ist die beliebteste und gängigste Kreditkartenart in Deutschland. Sie kann vom Karteninhaber für Online- und Offline-Einkäufe genutzt werden. Die Beträge werden aber nicht sofort von der Kreditkarte abgezogen. Erst am Ende des Referenzzeitraumes erhält der Besitzer seine Kreditkartenabrechnung mit einer Auflistung aller Zahlungen der vergangenen vier Wochen. Am Abrechnungstag wird schließlich die gesamte Summe vom Referenzkonto abgebucht, eine Ratenzahlung wie bei der Revolving Card ist nicht möglich. Die vier Wochen „Zahlungspause“ entsprechen somit einem zinsfreien Kredit und sind nichts anderes als ein kurzer Zahlungsaufschub.

Die Großzügige: Revolving Card

Kreditkarten-Hochprägung

Die Revolving Card ist sozusagen die einzig wirkliche „Kredit“-Karte. Im Gegensatz zur Charge Card muss der Karteninhaber seine gesamten Ausgaben nicht gleich nach 4 Wochen begleichen, sondern kann den Betrag in Raten zurückzahlen. Sie ermöglicht somit eine Teilzahlung. Die revolvierende Kreditkarte hat einen Kreditrahmen, den der Karteninhaber jeden Monat aufs Neue ausschöpfen kann – selbst wenn er noch ausstehende Kreditraten hat. Wie hoch die monatliche Teilrückzahlung ausfällt, hängt von der Bank ab. Meistens wird ein monatlicher Mindestbetrag bestimmt. Aber Vorsicht: Um einen zinslosen Kredit wie bei der Charge Card handelt es sich hier nicht, für die Teilzahlung können hohe Sollzinsen anfallen!

Die Aufladbare: Prepaid Kreditkarte

Prepaid Kreditkarte

Die Prepaid Kreditkarte ist eine reine Guthabenkarte, einen Kreditrahmen oder die Möglichkeit einer Überziehung gibt es nicht. Prepaid Kreditkarten müssen also zuerst mit Guthaben aufgeladen werden, bevor sie für Zahlungen genutzt werden können. Das Kartenlimit entspricht somit der vorher aufgeladenen Summe. Die Karte eignet sich vor allem für Menschen, die keine gute Bonität oder negative Schufa-Einträge haben und so keine klassische Kreditkarte bekommen. Dabei bietet sie alle Vorteile einer herkömmlichen Kreditkarte. Prepaid Cards werden in der Regel von Visa und MasterCard herausgegeben und sind somit weltweit einsatzfähig. Außerdem sind sie viel sicherer als Charge oder Revolving Cards.

Die Beliebte: Debitkarte

Supermarkt EC-Karte

Hinter der ominösen Debit Card (Debitkarte) versteckt sich im Grunde nichts anderes als unsere allseits beliebte Girocard, die im alltäglichen Sprachgebrauch vor allem als EC-Karte bekannt ist. Es handelt sich dabei zwar nicht um eine Kreditkarte, aber die Funktion ist ähnlich. Eine Debitkarte bekommt der Kunde in der Regel als Ergänzung zu seinem Girokonto. Bezahlt er mit der EC-Karte, wird der Betrag innerhalb kürzester Zeit vom Konto abgezogen. Bei einem herkömmlichen Girokonto gibt es zudem einen Dispokredit (Überziehungsmöglichkeit). Zahlt man also mit der Karte, obwohl das Kontoguthaben aufgebraucht ist, greift sie auf den Dispo zu.

Die Schnelle: Prepaid Geldkarte

Prepaid Geldkarte

Viele Nutzer fragen sich, was der Unterschied zwischen einer EC-Karte und einer Prepaid Geldkarte ist. Die Prepaid Geldkarte ist keine Girocard, sondern ein Chip, der auf den meisten EC-Karten zu finden ist. Dieser Chip kann aufgeladen werden, um kleine Geldbeträge – zum Beispiel an Fahrkartenautomaten oder im Stadion – bargeldlos zu bezahlen. Die Prepaid Geldkarte beziehungsweise die EC-Karte, die mit dieser Funktion ausgestattet ist, ist nichts anderes als ein praktischer Kleingeld-Ersatz. Die Prepaid Geldkarte kann einfach online oder am Geldautomaten aufgeladen werden. Im Stadion kann man die Karte sogar gegen Bargeld aufladen.

Visa und MasterCard

Visa und MasterCard

Die Visa Karte und die MasterCard sind keine eigenen Kreditkartentypen wie etwa die EC-Karte oder Chargekarte. Visa und MasterCard sind Kreditkartengesellschaften, die Banken die Lizenz erteilen, Kreditkarten mit ihrem Zahlungssystem zu vertreiben. Die meisten auf dem Markt erhältlichen Kreditkarten sind MasterCards oder Visa Karten – nicht zuletzt deshalb, da sie eine enorme Reichweite haben. Neben MasterCard und Visa gibt es auch Kreditkarten von Diners und American Express (AmEx), wobei AmEx und Diners eher in den USA vertreten sind. In unserem Ratgeber erfahren Sie mehr zum Thema Kreditkartenanbieter.